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Grundlagen der Entwurmung beim Pferd

  1. Es sollten alle Pferde in einem Stall zusammen entwurmt werden
  2. Nach der Wurmkur sollten die Pferde wenn möglich für 1-2 Tage in der Box
    bleiben, um eine Kontamination der Koppeln durch die erhöhte Ausscheidung
    der Wurmeier zu vermeiden
  3. Falls eine selektive Entwurmung angestrebt wird, sollte in jedem Fall
    einmal im Jahr eine Entwurmung gegen Bandwürmer und
    Magendasseln erfolgen, da der Nachweis dieser Parasiten ist durch
    eine Kotuntersuchung sehr schwierig und unzuverlässig ist.

Wichtige Wurmarten:

Adulte Pferde (V.a. Weidetiere)
 Strongyliden (Palisadenwurm)
  • Strongylus vulgaris (große Strongyliden)
• Cyathostominae/Strongylidae (kleine Strongyliden)
 Anaplocephala perfoliata (Bandwurm)
 Gasterophilus intestinalis (Magendassel)
   
Fohlen/Jährlinge
 Strongylides westeri (Zwergfadenwürmer)
 Parascaris equorum (Spulwürmer)
   
Ältere Pferde
 Oxyuris Equi (Pfriemschwänze)

Folgen von Wurmbefall

Durch regelmäßig durchgeführte Entwurmungsmaßnahmen kann die Anzahl
der Würmer begrenzt werden. Dadurch kommt es zu weniger gesundheitlicher Probleme
oder ernsthafte Erkrankungen. Ist der Parasitenbefall zu groß, kann es zu
verschiedenen Krankheitsbildern kommen:

Abmagerung, schlechtes Fell und eine verminderte Hornqualität, dicker und aufgeblähter Bauch (sog. Wurmbauch)
Koliken (Verstopfungskolik, Darmverschluss, Ausgasungen)
Durch den Entwicklungszyklus einiger Parasiten kann es zu einer sogenannten Durchwanderungsperitonitis (Bauchfellentzündung) oder einer Thrombosierung (Verschluß) von Blutgefäßen kommen
Die Larven der Magendasselfliege können ernsthafte Erkrankungen des Magens verursachen: reduzierten Futteraufnahme, Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), Magengeschwür (Ulcus)
Bei dem Befall durch die kleinen Strongyliden kann eine massive Darmentzündung (Colitis X) auftreten

Zeitpunkt

In der Regel sollte, je nach Infektionsdruck (Anzahl der Pferde, frequenter Pferdewechsel, Pflege der Koppeln, etc.) und Entwicklungszyklen der Parasiten, 4-5 (Frühjahr, Sommerbeginn, Spätsommer/Herbst und Winteranfang/erster Frost) mal im Jahr eine Entwurmung erfolgen.

Bei tragenden Stuten sollte am Tag der Geburt eine Entwurmung mit Ivermectin erfolgen, um die Zahl der Spulwurmlarven in der Muttermilch zu reduzieren. Saugfohlen sollten nach den ersten 2 Lebenswochen entwurmt werden.

Entwurmungsplan

1. Frühjahr: März (bevor die Pferde auf die Koppeln kommen)
geeignete Wirkstoffe: Pyrantel, Ivermectin/Moxidectin
 
2. Sommer: Juni
geeignete Wirkstoffe: Pyrantel, Ivermectin/Moxidectin
 
3. Herbst: September
Hier kann bereits eine Entwurmung gegen Bandwürmer vorgenommen werden
geeignete Wirkstoffe: Pyrantel, Ivermectin/Moxidectin + Praziquantel (Bandwürmer)
 
4. Winter: Ende November/Anfang Dezember
Hier sollte in jedem Fall (besonders bei der selektiven Entwurmung) eine Entwurmung gegen Magendasseln und Bandwürmer erfolgen
 geeignete Wirkstoffe: Pyrantel, Ivermectin/Moxidectin + Praziquantel (Bandwürmer)

Selektive Entwurmung

Die Selektive Entwurmung der Pferde alleinig auf die sogenannten "Strongyliden" ausgerichtet. Es ist eine Methode zur Kontrolle und falls notwendig eine Basis zur Behandlung von gesundheitsbeeinträchtigenden Mengen von Strongyliden in Equiden (Pferde, Esel).

Ein in der Pferdepraxis reell durchführbares Schema der kontinuierlichen Diagnostik von Pferde-Kotproben, ist das sogenannte McMaster-Verfahren. Geeignet ist dieses Verfahren am ehesten für Pferde, die eine Überempfindlichkeit oder Nebenwirkungen (z.B.: Koliken) nach der Gabe von Wurmkuren zeigen.

Wichtig ist aber, dass andere Parasiten (z.B.: Bandwürmer oder Magendasseln) mit diesem Verfahren nicht zu erfassen sind! Deshalb sollte einmalig im Jahr eine Entwurmung gegen diese Parasiten erfolgen!