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Die Zuchtstute

Vorbereitung der Zuchtsaison
1. Tupferprobe
vor dem geplanten Bedeckungs- bzw. Besamungstermin muss eine
Tupferprobe aus dem Gebärmutterhals entnommen werden, um eine mögliche
Infektion der Gebärmutter mit Bakterien oder Pilzen auszuschließen, da dies
eine Trächtigkeit verhindern würde
sie sollte ca. 3-4 Wochen vor der ersten Bedeckung erfolgen, damit bei einer
Infektion rechtzeitig eine Behandlung durchgeführt werden kann.

   
2. Ultraschalluntersuchung von Gebärmutter und Eierstöcken
Durch diese Untersuchung können Erkrankungen des weiblichen
Genitaltraktes frühzeitig erkannt und möglicherweise behoben werden (z.B.
Zysten in der Gebärmutter).

   
3. Haltungsoptimierung:
schon früh im Jahr können Beta-Karotine zur Steigerung der Fruchtbarkeit zu
gefüttert werden
die Stute sollte ausreichend Koppelgang erhalten, da auch das Sonnenlicht
einen positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat.

   
Bedeckung / Besamung
1. Auswahl des geeigneten Hengstes
zu Beginn der Überlegungen, mit einer Stute zu züchten, sollte die Auswahl
eines geeigneten ("passenden") Hengstes stehen.
in der modernen Pferdezucht gibt es außer dem Natursprung zusätzlich die
Möglichkeit der künstlichen Besamung. Zu unterscheiden sind hier die Frisch-
und Tiefgefriersamenübertragung, sodass auch Hengste, die weiter entfernt
oder im Ausland beheimatet sind, in Frage kommen können.

   
2. Vor der ersten Bedeckung oder Besamung muss die Stute bei dem jeweiligen
Hengsthalter / Gestüt angemeldet werden.
   
3. bei einer Besamung muss die Stute regelmäßig beobachtet werden, um die Rosse nicht
zu verpassen.
bei ersten Anzeichen der Rosse (häufiges Heben des Schweifes und "Blitzen")
wird die Stute dann per Ultraschall untersucht und die Größe des Follikels
vermessen.
ab einer bestimmten Follikelgröße wird die Stute bei einer Besamung mit
Frischsperma morgens und abends untersucht und bis zum Zeitpunkt der
Ovulation (Eisprung) besamt.

   
4. der Zeitpunkt der Rosse und der Ovulationszeitpunkt können bei Bedarf mit Hilfe von
Hormonpräparaten eingeleitet werden, um ein optimales Besamungsergebnis zu
erhalten.
   
Trächtigkeit
Nach der Besamungsperiode sollte eine Trächtigkeitsuntersuchung per Ultraschall
vorgenommen werden.
dies ist frühestens 14 Tage nach der Ovulation möglich.
bei Nichtträchtigkeit kann dann die nächste Rosse- und Besamungsperiode eingeleitet
werden.
wenn die Stute trächtig ist, sollte der normale Verlauf der Trächtigkeit mit Hilfe
mehrerer Ultraschalluntersuchungen kontrolliert werden.
in den ersten Wochen einer Trächtigkeit sollte für die Stute großer Stress vermieden
werden, dies ist besonders für nervöse Stuten und Erstlingsstuten wichtig.
   
Impfungen während der Trächtigkeit
  Zur Vermeidung eines sog. Virusabortes (s.a. Impfplan, Herpes) sollten tragende Stuten gegen Herpes-Viren geimpft werden.
Bei bereits grundimmunisierten Stuten erfolgt dies im 5.,7. und 9. Monat der Trächtigkeit.
Bei nicht grundimmunisierten Stuten muss im 4. Trächtigkeitsmonat mit der Impfung begonnen werden.

Alle anderen anstehenden Impfungen können während einer Trächtigkeit nach vorgehender
Allgemeinuntersuchung problemlos durchgeführt werden, wenn möglich sollte der Termin möglichst nahe am Geburtstermin liegen, um das Fohlen mit einem optimalen Immunschutz auszustatten (Antikörpertiter in der Muttermilch).
   
Geburtsvorbereitung und Geburtsüberwachung
im Idealfall fohlt die Stute 335 Tage nach dem letzten Bedeckungs- oder Besamungstermin, jedoch ist ein um bis zu vier Wochen verspäteter Geburtstermin nicht besorgniserregend.
für die Stute sollte rechtzeitig eine geeignete Abfohlbox von ausreichender Größe, genügend Licht, frischer, aber zugfreier Luft und mit Sicherungsmaßnahmen gegen eventuelle Verletzungsgefahren für das Fohlen bereitgestellt werden.
die trächtige Stute sollte kurz vor der Geburt eine Breitbandwurmkur erhalten.
die bevorstehende Geburt ist unter anderem an der Größenzunahme des Euters und an der Bildung der sog. Harztropfen am Euter zu erkennen
eine exaktere Eingrenzung des Geburtstermins lässt sicht mit Hilfe des Merckoquant- oder Milchstriptestes aus einigen Tropfen Milch vornehmen.
   
Das neugeborene Fohlen
  Ist die Geburt problemlos verlaufen, muss das Fohlen spätestens zwei Stunden nach der Geburt Milch trinken, da die Versorgung mit ausreichend Nährstoffen, Flüssigkeit und Abwehrstoffen aus der Kolostralmilch (Biestmilch) lebenswichtig ist. Im Laufe des ersten ebenstages sollte durch den Tierarzt ein prophylaktischer Gesundheitscheck des Fohlens und der Mutterstute vorgenommen werden.