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Impfungen

Tetanus (Wundstarrkrampf)
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Tetanus (Wundstarrkrampf)
  Die Tetanusimpfung ist die wichtigste Impfung beim Pferd. Im Gegensatz zu Hund oder Katze sind Equiden besonders anfällig für diese Erkrankung.

Der Wundstarrkrampf wird durch das Tetanus-Neurotoxin verursacht. Dieses wird durch das Bakterium Clostridium tetani gebildet. Das Bakterium zählt zu den sogenannten Sporenbildnern. Die Sporen sind sehr widerstandsfähig und überall, besonders in feuchter Erde, zu finden. Gelangen diese Sporen über offene Wunden oder penetrierende Verletzungen in den Organismus keimen diese aus und unter anaeroben wird das Tetanustoxin produziert. Besonders gefährdet sind Fohlen und ungeimpfte Jungtiere, schon kleine Verletzungen, z.B. Schleimhautverletzungen beim Zahnwechsel, können Eintrittspforten für die Sporen sein.

Klinische Anzeichen zeigen sich etwa 5-10 Tage nach Infektion. Es kommt zur Verhärtung der Muskulatur in der Nähe des Infektionsherdes. Die Pferde zeigen einen steifen Gang, Schwierigkeiten beim Stehen und /oder Hinlegen. Bei generalisiertem Tetanus kommt es zur Sägebockhaltung, ausgeprägter Schreckhaftigkeit und Geräuschüberempfindlichkeit. Im fortgeschritten Stadium kommt es zum Nickhautvorfall, Trismus und letztendlich zur Lähmung der Atemmuskulatur.
   
 Impfempfehlung
  Grundimmunisierung:
  1. Impfung im Alter von 6 Monaten
2. Impfung 4-6 Wochen später (7-7,5 Monate)
3. Impfung im Alter von 18-20 Monaten

   
  Wiederholungsimpfung:
  • alle 2 Jahre (max. alle 3 Jahre)
Influenza (Pferdegrippe)
  Ursache dieser Erkrankung ist das equine Influenza-Virus. Das Virus wird über den Respirationstrakt übertragen. Besonders der direkte Kontakt spielt bei der aerogenen (Husten, Niesen) Übertragung eine große Rolle. Die Infektion beschränkt sich in der Regel auf den oberen Respirationstrakt, zu einer systemischen Infektion kommt es selten. Große Ansammlungen von Pferden (Rennbahn, Turniere,..) gelten als Virusreservoir. Die Influenza- Impfung ist für Sport-/Turnierpferde durch die FN vorgeschrieben.

Nach der Infektion kommt es zur Vermehrung in den Schleimhäuten der oberen Atemwege. 4-6 Tage nach Infektion ist die Schädigung am größten. Die Infektion gilt als selbstlimitierend, allerdings sind Sekundärinfektionen durch andere Viren und Bakterien nicht selten.

Die Pferde zeigen hohes Fieber und ein reduziertes Allgemeinbefinden. Wichtig in dieser Zeit sind ausreichende Ruhezeiten und Schonung des Patienten und eine Symptomatische Behandlung der (Sekundär-) Symptome.
   
 Impfempfehlung
  Grundimmunisierung:
  1. Impfung im Alter von 6 Monaten
2. Impfung 4-6 Wochen später (7-7,5 Monate)
3. Im Alter von 12-14 Monaten

   
  Wiederholungsimpfung:
  • jeweils im Abstand von 6 Monaten (+ 21 Tage)
• in Ausnahmefällen (z.B. Krankheit des zu impfenden Tieres) ist ein einmaliger Abstand der Impfungen von 9 Monaten möglich
Herpes
  EHV-1: Stutenabort
EHV-1 wird über die Schleimhäute des Respirationstrakts und bei Aborten über das Fruchtwasser, Fohlen oder die Nachgeburt ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit kontaminiertem Material. Eine aerogene Übertragung ist selten. Einmal infiziert besteht eine, vermutlich lebenslange, persistierende Infektion (Latenz). Durch Stress, z.B. durch Transport o.ä., kommt es zu einer Reaktivierung und Übertragung des Virus.

Klinisch zeigen sich nach etwa 12-48 Stunden Fieber und anschließen, besonders bei Jungen Tieren, respiratorische Symptome. Vor allem im letzten Drittel der Trächtigkeit zeigen die Pferde Aborte oder es kommt zu Geburten lebensschwacher Fohlen. Neurologische Veränderungen (equine Herpesvirus-Enzephalomyelitis EHM) sind selten.

EHV-4: Rhinopneumonitis
Die EHV-4 Infektion bleibt meist auf den oberen Respirationstrakt beschränkt, es kann aber auch in seltenen Fällen Aborte verursachen. EHV-4 Infektionen treten häufiger auf als EHV- 1 Infektionen. In der akuten klinischen Phase kommt es zu Symptomen einer Infektion der oberen Atemwege und Fieber
   
 Impfempfehlung
  Grundimmunisierung:
  1. Impfung im Alter von 5 Monaten
2. Impfung im Alter von 6 Monaten
3. Im Alter von 12-14 Monaten

   
  Wiederholungsimpfung:
  jeweils im Abstand von 6 Monaten
   
  Impfung trächtiger Stuten:
  1. EHV-1,4 inaktivierte Vakzine im 5. Und 7. sowie 9. Monat der Trächtigkeit
2. EHV-1 Lebendvakzine im 4.-5. und 8. Monat der Trächtigkeit

Tollwut (Rabies)
  Ursache einer Tollwut-Infektion ist die Übertragung des Lyssa-Virus durch direkten Kontakt (Speichel). Überträger sind z.B. infizierte Füchse. Das Virus vermehrt sich im Gewebe rundum die Bissstelle und wandert anschließend in das zentrale Nervensystem (ZNS). Von dort aus gelangt es dann in die Speicheldrüsen. Die Inkubationszeit beim Pferd beträgt 23-99 Tage, abhängig von Bissstelle und übertragener Virusmenge. Da es sich um eine Zoonose (eine auf den Menschen übertragbare Krankheit) handelt, ist die Tollwut eine anzeigepflichtige Tierseuche, d.h. bei einem festgestellten Ausbruch der Krankheit muss das zuständige Veterinäramt verständigt werden, nicht geimpfte Tiere werden getötet.

Die Krankheit verläuft sehr schnell. Klinisch zeigen sich zunächst uncharakteristische Symptome, wie z.B. leichten Bewegungsstörungen, Wesensveränderungen, Kolik. Anschließend kommt es zu Paralysen und zum Tod.
   
 Impfempfehlung
  Es ist keine Grundimmunisierung erforderlich
  Wiederholungsimpfungen alle 2 Jahre
   
Hautpilzerkrankung (Dermatomykose)
  Die Hautpilzerkrankung wird durch verschiedene Pilzarten (Dermatophyten) verursacht. diesen zählen u.a. Trichophytum equinum sowie Microsporum-Arten Die Übertragung erfolgt von Tier zu Tier oder indirekt durch Gegenstände (Putzzeug, Satteldecken,..)

In der Regel ist eine Dermatomykose bei Pferde selbstlimitierend. Unbehandelt kann Sie etwa 1-6 Monaten andauern. Die Inkubationszeit beträgt 4-30 Tage. Zu Beginn zeigen sich kleine Quaddeln und urtikariaartige Schwellungen der Oberhaut. Die Haare können leicht ausgezupft werden und erscheinen brüchig. Typisch sind die kreisrunden bzw. fleckenförmigen haarlosen Stellen. Es folgen Krusten- und Schuppenbildung. Bakterielle Sekundärinfektionen können zusätzlich auftreten. Die Heilung kann neben der äußerlichen Therapie durch eine Impfung unterstützt und beschleunigt werden. Eine wiederholte Nachimpfung kann einen Neuausbruch der Krankheit verhindern
   
 Impfempfehlung
  Grundimmunisierung:
  1. Impfung
2. Impfung im Abstand von 14 Tagen

   
  Wiederholungsimpfung:
  1. jeweils nach 1 Jahr
2. Impfung im Abstand von 14 Tagen