(Mobil) 0173 3846451 | mobilepferdepraxis@gmx.de

Fütterung

In der heutigen Pferdehaltung wird mehr nach "Gefühl" gefüttert, dadurch machen sich
fütterungsbedingte Mängel oft zu spät bemerkbar. Meistens findet man eher das Problem der
Überversorgung. Man muss sich klar machen, dass eine Überversorgung genauso zu
Verdauungsstörungen und Erkrankungen führen kann wie eine Unterversorgung. Zudem ist
„das Fressen“ eine Beschäftigung, die für das natürliche Verhalten und zur Zufriedenheit des
Pferdes wichtig ist. Sind die Futterrationen zu rohfaser- bzw. strukturarm werden sie zu
schnell aufgenommen. Dadurch entsteht Langeweile und die Tiere können Untugenden
(Weben, Koppen, treten an die Boxenwände) entwickeln.
Bei Pferden sollten sich Rationsberechnungen nach Typ (Rasse), Leistung (Freizeitpferd,
Sportpferd, Zucht) und auch dem Alter orientieren. Zuerst muss eine solide Grundversorgung
bestehen, bevor man sich Gedanken über notwendige Kraft- und Zusatzfuttermittel macht.
Anatomie
Maulhöhle
 
Zerkleinerung des Futters (regelmäßige Zahnkontrollen!)
Einspeichellung und Vorbereitung der Verdauung
 

Magen
 
Volumen: 8-15 L
Beginn der Aufspaltung der rohfaserarmen Futterbestandteile (Kraftfutter)
   
Darm
 
im Schnitt etwa 12mal so lang wie die Pferdelänge
Volumen bei einem Großpferd mit 600 kg (Darm ist hier ca. 25-30m lang)
fasst etwa 200 L Inhalt
• Dünndarm: Verdauung rohfaserarmer Nährstoffe (Kraftfutter)
• Dickdarm:


funktioniert als Gärkammer; hier werden die schwerverdaulichen
Nahrungsbestandteile (Zellulose) durch Bakterien zersetzt
um störungsfrei arbeiten zu können braucht der Dickdarm ausreichend
rohfaserreiches Futter
   
Fütterungstechnik
kontinuierlich kleine Futteraufnahmen (Füttern mehrmals täglich)

Raufutter

kontinuierlicher Zugang oder
mindestens zweimal täglich – 1/3 morgens, 2/3abends
Kraftfutter

nach Möglichkeit dreimal täglich (besonders bei Mengen > 4-5 kg)
Maximal: 0,5 kg Kraftfutter/100 kg Körpergewicht je Mahlzeit
 
Grundversorgung: Rationsgestaltung
  Grünfutter
kontinuierlich kleine Futteraufnahmen (Füttern mehrmals täglich)
Weidegang wichtig für:


die Aufnahme von Grünfutter
Beschäftigung
Kontinuierliche Futteraufnahme
Umstellung von Stall (Winter) auf Weidenhaltung sollte langsam (mindestens 2
Wochen Zeit lassen) erfolgen
 
  Heu
1-2 kg Raufutter pro 100 kg Körpergewicht
eine ausreichende Rohfaserversorgung wichtig für einen ungestörten Ablauf der
Verdauungsprozesse
Grobfutter regt die Kautätigkeit an; wichtig für die Speichelbildung und Durchsaftung
des abgeschluckten Futters.
geringe Raufuttermengen führen zu Verdauungsstörungen (Kolik)
bei Pferden mit Atemwegserkrankungen kann alternativ auch Heulage (oder Halbheu)
statt Heu verfüttert werden
 
  Stroh
1 kg pro 100 kg Körpergewicht
Stroh ist ein schwer verdauliches Grobfutter, es sollte nur begrenzt gefüttert werden,
um Verstopfungen zu vermeiden
 
  Eiweiß
der Eiweißbedarf der Pferde wird in der Regel durch die in den üblichen Futtermitteln
enthaltenen Eiweißmengen abgedeckt
zu viel Eiweiß (z.B.: durch zu viel Grünfutter oder zu viel Kraftfutter) kann zu
erheblichen Stoffwechselproblemen führen
bei säugenden Stuten und Fohlen ist der Eiweißbedarf erhöht und sollte falls
notwendig ausgeglichen werden
 
  Wichtige Mineralstoffe und Vitamine
Mengenelemente: Natrium und Chlor
Spurenelemente: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink und Selen
Calcium: Phosphor-Verhältnis liegt optimal bei 1,2 bis 1,5:1
Vitamine: A, D, E
 
  Wasser
Sollte immer uneingeschränkt zu Verfügung stehen!
Auf gute Qualität (auch auf der Weide) sollte geachtet werden
 
Kraft- und Zusatzfuttermittel
  Die Wahl der Kraft- und Zusatzfuttermittel sollte individuell bestimmt werden. Es gibt heutzutage sehr gute Futtermittelvormischung von verschiedenen Herstellern. Die meisten Pferde kommen mit diesen Vormischungen gut zurecht. Besteht ein individuelles Leistungs- oder Gesundheitsproblem, sollte allerdings eine Rücksprache mit dem Tierarzt erfolgen, um die richtige Wahl zu treffen. Gegebenenfalls sollte ein großes Blutbild und Spurenelemente bestimmt werden, bevor man sich für ein Zusatzfuttermittel entscheidet.
Magenprobleme >
Gerne stehe ich Ihnen für eine individuelle Fütterungsberatung zur Seite.